Im weiteren Sinn ist die Proportionaltechnik ein Sammelbegriff für alle Einsatzvarianten von stetig verstellbaren Ventilen, also auch von Servoventilen. Im täglichen Gebrauch wird der Begriff jedoch beschränkt auf den immer vielseitiger werdenden Einsatz der Proportionalventile, d. h. sie umfasst eigentlich die Proportionalventiltechnik.
Wichtige Kennzeichen der Proportionaltechnik sind das stetige, proportionale Übertragungsverhalten der Ventile und die Ansteuerbarkeit mit elektrischen Signalen für die Funktionen Volumenstrom nach Richtung und Größe sowie Druck.
In der Hydraulik:
Hier ist, unabhängig davon, ob am Ende eine Steuerung oder eine Regelung steht, die ganze Vielfalt der elektronischen Signalverarbeitung für hydraulische Antriebe nutzbar.
Durch den Schritt von der schaltenden zur stetigen Betätigung können die Betriebsgrößen eines Prozesses, vor allem Kräfte, Geschwindigkeiten und Positionen, optimalen Betriebsbedingungen angepasst und zugleich das der Anlage verbessert werden. Dazu kommt, dass infolge einer stetigen Verfeinerung der Proportionalventile die Proportionaltechnik immer mehr auch in Regelungen eingesetzt wird (Bild P 21).
- gleiche Anschlussmaße wie Schaltventile.
Die wichtigsten Vorteile der Proportionaltechnik sind:
- Richtungs- und Durchflusssteuerung in einem Ventil,
- geringer Druckabfall an den Steuerkanten,
- Beherrschung von Beschleunigungs- und Verzögerungsvorgängen durch elektronische Vorgaben (Rampen),
- gleiche Anschlussmaße wie Schaltventile.
Daneben bringt der Einsatz der Proportionaltechnik auch in der „normalen“ Hydraulik beachtliche Vorteile dadurch, dass man mit ihr Schaltungen ganz beträchtlich vereinfachen kann, da man Druck- und Stromventile mit ihren Ansteuerventilen einspart (Bild P 22).
Abbildung P 21: Schematische Schaltung mit Proportionalventil
Abbildung P 22: Steuerung mit Normalventilen (a) und mit Proportionalventilen (b)