Fluidlexikon

Überdeckung in Ventilen


Allgemein
:

Gibt bei Steuerelementen in Kolbenform die Dichtlänge zwischen den zugeordneten Steuerkanten an (Bild U 1). Sie bestimmt in Ruhelage zusammen mit der Spalthöhe die Größe der Leckage (Bild U 2). Während des Schaltvorganges ergibt die Überdeckung einen charakteristischen Verlauf der Kennlinie.

Bei Wegeventilen ergibt die Länge des Steuerkolbens im Vergleich zur Ringnute drei Varianten:

  •  Positive Überdeckung:

Der Kolben ist länger als die Ringnut. Beim Schalten muss erst die Überdeckung durchfahren werden, ehe ein Volumenstrom fließen kann (Bild U 1 a).

  •  Negative Überdeckung:

Der Kolben ist kürzer als die Ringnut. In Ruhestellung sind alle Anschlüsse miteinander verbunden (Schwimmstellung), d. h. es fließt auch ohne Schaltbewegung ein Volumenstrom (Bild U 1 b).

  •  Überdeckung Null (Nullschnitt):

Die Steuerkanten von Kolben und Ringnut decken sich mit großer Genauigkeit. In dieser Stellung fließt (außer Lecköl) kein Volumenstrom, er wird aber schon bei sehr kleinen Kolbenbewegungen frei gegeben (Bild U 1 c).

Positive Überdeckung wird bei Speicherantrieben, bei Sperrfunktionen sowie bei Geschwindigkeits- bzw. Volumenstromregelungen eingesetzt. Die negative Überdeckung wird bei Pumpenantrieben vorgezogen, während die Null-Überdeckung bei Regel- und Servoventilen genutzt wird (z. B. bei Positions- und Druckregelungen).

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Abbildung U 1: Überdeckungsarten

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Abbildung U 2: Einfluss der Überdeckung auf die Leckage