Fluidlexikon

Partikelgröße

Abmessung der festen Verschmutzungen oder Fremdkörper im Druckmedium. Diese Verunreinigungen können unterschiedliche Ursachen haben:

  • Abrieb, durch Verschleiß entstandene metallische und nichtmetallische Teilchen, wie Späne der Lager- oder Pumpenwerkstoffe, Dichtungsabrieb, Lackpartikel und Oxidationsprodukte,
  •  Fremdkörper, die durch schlecht abgedichtete bzw. abgedeckte Stellen in die Anlage gelangen,
  • eingebauter Schmutz, der aus der Fertigung kommt (Kernsand, Schweißteilchen, Späne) und vor der Montage nicht sorgfältig genung entfernt wurde.

Die Teilchengröße und ihre mengenmäßige Verteilung sind dabei sehr unterschiedlich (Bild P 4). So treten beispielsweise Teilchen kleiner Partikelgröße häufiger auf. Diese Verteilung wird nach verschiedenen Verfahren (ISO 4066, NAS 1638, SAE-ASTM-AIM) in Verschmutzungsklassen oder Reinheitsgrade eingeteilt. Es ist zu beachten, dass das Filter aus dem breiten Angebot an Feststoffpartikeln immer nur einen Teil zurückhalten kann. Die meisten Schäden werden durch verbleibende, harte Teilchen verursacht, die in die Gleitspalte metallischer Flächen oder Dichtungen gelangen und dort Riefen verursachen. Dabei steht ihre Größe und die jeweilige Spaltweite in einem Zusammenhang:

  • Partikel, die wesentlich kleiner sind als der Spalt, auf den sie zugeschwemmt werden, gehen ohne Schaden anzurichten hindurch. Sind sie nur wenig kleiner, neigen sie bei geringer Strömungsgeschwindigkeit zum Verstopfen des Spaltes (Bild P 5 a).
  • Partikel etwa in Spaltgröße sind die schädlichsten, da sie zu Verklemmungen und Riefen im Spalt führen. Je größer der Druck, desto gefährlicher werden auch etwas größere Partikel, da der Spalt unter Druck aufgeweitet wird (b).
  • Teilchen, die wesentlich größer sind, bleiben vor dem Spalt liegen, ohne Schaden anzurichten.
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Abbildung P 4: Durchschnittliche Partikelverteilung in hydraulischen Anlagen

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Abbildung P 5: Partikelgröße und Spaltweite a) bei verschiedenen Strömungsgeschwindigkeiten, b) abhängig vom Druck